Weite Küste mit ruhigem Meer

Strandcamping in Europa: die 15 schönsten Campingplätze am Meer

Strandcamping von der Ostsee bis Sardinien: 15 Campingplätze direkt am Meer, sortiert nach Region, mit Charakter des Strands, Saison und Anreise. Ohne Preisversprechen, dafür mit klaren Auswahlkriterien.

Reiseziele 11 Min. Lesezeit Veröffentlicht: Aktualisiert:

Direkt am Meer zu campen ist etwas anderes, als in Küstennähe zu stehen. Der Unterschied sind ein paar Hundert Meter, und die entscheiden darüber, ob du morgens in Badesachen zum Wasser läufst oder erst das Auto belädst. Dieser Überblick sammelt 15 Campingplätze in Europa, die tatsächlich am Strand oder im Dünengürtel dahinter liegen, sortiert von der Ostsee bis nach Sardinien.

Ein Hinweis vorweg: Wir nennen hier bewusst keine Preise und keine Sternebewertungen. Beides ändert sich saisonal und je nach Stellplatzkategorie so stark, dass eine Zahl im Text nach kurzer Zeit falsch wäre. Was du stattdessen bekommst, sind Lage, Charakter des Strands und die Kriterien, mit denen du selbst vergleichst. Wenn du ohne festen Stellplatz unterwegs sein willst, ist auch ein Strandurlaub mit dem Wohnmobil eine Option.

Deutschland: Ostsee und Nordsee

1. Camping Wulfener Hals, Fehmarn

Der Platz liegt an der Südostspitze Fehmarns, dort wo Ostsee und Binnensee aufeinandertreffen. Das macht ihn zu einem der bekanntesten Wassersportreviere der deutschen Küste: Surfen und Kiten auf der einen Seite, ruhiges Wasser auf der anderen. Das Gelände ist groß und in Zonen gegliedert, von Wiesenparzellen bis zu Plätzen im Baumbestand. Fehmarn erreichst du über die Fehmarnsundbrücke ohne Fähre, was die Anreise auch kurzfristig planbar macht.

2. Regenbogen Prerow, Darß

Prerow liegt auf dem Darß, am Rand des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Der Platz zieht sich zwischen Küstenwald und Dünen entlang, der Weststrand mit seinen vom Wind geformten Kiefern gehört zu den bekanntesten Naturstränden der Ostsee. Wer Landschaft statt Animation sucht, ist hier richtig. Die Anreise per Bahn bis Barth oder Ribnitz-Damgarten und weiter mit dem Bus funktioniert, dauert aber.

3. Camping Rosenfelder Strand, Ostholstein

Zwischen Grömitz und Heiligenhafen gelegen, mit weitläufigen Wiesen direkt hinter einem eigenen Strandabschnitt. Der Zuschnitt ist offen und windig, was Drachen und Strandsegler anzieht und im Hochsommer für angenehme Abkühlung sorgt. Für Camper aus Hamburg und dem Norden ist es eine der kürzesten Anfahrten zu echtem Strandcamping.

4. Amrum Camping, Amrum

Die einzige Nordsee-Adresse in dieser Liste liegt in den Dünen unweit des Kniepsands, einer der breitesten Sandflächen Europas. Vor der Tür beginnt das Wattenmeer, das als UNESCO-Weltnaturerbe geschützt ist. Amrum erreichst du nur per Fähre, was Anreise und Rückfahrt an feste Zeiten bindet. Genau das hält den Platz aber ruhiger als vergleichbare Ziele auf dem Festland. Eine geführte Wattwanderung ergänzt den Aufenthalt gut.

Niederlande: Dünen an der Nordsee

5. Camping De Lakens, Bloemendaal aan Zee

Der Platz liegt im Nationalpark Zuid-Kennemerland, eingebettet in ein Dünengelände mit direktem Zugang zum Nordseestrand. Die Besonderheit ist die Kombination aus Natur und Erreichbarkeit: Haarlem liegt wenige Kilometer entfernt, Amsterdam ist per Zug in kurzer Zeit erreichbar. Damit eignet sich der Platz für alle, die Strandtage mit einem Städtetag verbinden wollen.

6. Camping Julianahoeve, Renesse

Renesse liegt auf Schouwen-Duiveland in Zeeland, hinter einem breiten Dünengürtel mit langem Sandstrand. Die Region ist flach, gut mit dem Rad erschlossen und für deutsche Camper aus dem Westen schnell erreichbar. Der Strand fällt flach ab, was ihn für Familien mit kleinen Kindern angenehm macht.

Dänemark: Weite an Nordsee und Skagerrak

7. Hvidbjerg Strand Feriepark, Blåvand

Blåvand liegt am westlichsten Punkt Dänemarks, der Platz verteilt sich auf Parzellen im Dünengelände mit direktem Zugang zum Nordseestrand. Charakteristisch sind der weite Sandstrand, die Bunkerreste in den Dünen und der stete Wind. Die Anreise über Flensburg und Esbjerg ist unkompliziert.

8. Skiveren Camping, Nordjütland

Ganz im Norden Jütlands, unweit von Skagen, liegt Skiveren zwischen Kiefernwald und Dünen an der Skagerrak-Küste. Die Landschaft ist rauer als weiter südlich, dafür ist die Weite beeindruckend und das Licht ist der Grund, warum Skagen einst eine ganze Malerkolonie anzog. Für einen kurzen Trip ist die Anfahrt lang, für zwei Wochen lohnt sie sich.

Frankreich: Atlantik und Pinienwald

9. Camping Le Vieux Port, Messanges

Die Landes-Küste südlich von Arcachon ist eine der längsten geraden Sandküsten Europas, dahinter erstreckt sich ein ausgedehnter Pinienwald. Der Platz liegt genau in dieser Kombination: Stellplätze unter Pinien, wenige Minuten zu Fuß bis zum Atlantik. Es ist klassisches Surfrevier, die Brandung ist entsprechend kräftig und für kleine Kinder nur bedingt geeignet. Radwege durch den Wald erschließen die Umgebung.

Spanien: Mittelmeer im Norden und Süden Kataloniens

10. Camping Las Dunas, Sant Pere Pescador

Am Golf von Roses an der Costa Brava, mit einem langen, flach abfallenden Sandstrand direkt am Gelände. Anders als die felsige Küste weiter nördlich ist dieser Abschnitt weit und offen, was ihn für Wassersport und für Familien gleichermaßen brauchbar macht. Die Anreise über Frankreich ist mit dem Wohnmobil gut zu fahren.

11. Camping Playa Montroig, Costa Dorada

Zwischen Tarragona und dem Ebro-Delta gelegen, bekannt für die dichte, teils subtropische Bepflanzung zwischen den Stellplätzen und dem Meer. Der Strand ist flach und breit, die Anlage groß und durchorganisiert. Für lange Aufenthalte in der Vor- und Nachsaison eine der zuverlässigsten Adressen am spanischen Mittelmeer.

Italien: Adria und Sardinien

12. Camping Union Lido, Cavallino-Treporti

Die Halbinsel Cavallino liegt östlich der Lagune von Venedig und ist die dichteste Campingregion Italiens. Union Lido hat einen eigenen, langen Strandabschnitt und ist eher ein Feriendorf als ein Zeltplatz. Der praktische Vorteil: Venedig ist per Boot erreichbar, ohne dass du das Auto brauchst. Wer Ruhe sucht, reist in der Vor- oder Nachsaison an.

13. Baia Blu La Tortuga, Aglientu

An der Nordküste Sardiniens, zwischen Wacholder und Dünen, mit Blick Richtung Korsika. Die Costa Smeralda liegt in erreichbarer Nähe, der Platz selbst ist deutlich unaufgeregter als die Yachthäfen dort. Die Anreise erfolgt per Fähre, meist ab Livorno, Civitavecchia oder Genua, und will früh gebucht sein.

Kroatien: Adria zwischen Istrien und Dalmatien

14. Zaton Holiday Resort, bei Zadar

Nördlich von Zadar gelegen, mit Kies- und Sandabschnitten, Pinien als Schattenspender und klarem Adriawasser. Die Lage eignet sich als Basis für Ausflüge in den Nationalpark Krka und zu den Kornaten. Zadar selbst ist mit Altstadt und Meeresorgel ein lohnender Tagesausflug.

15. Camping Lanterna, Istrien

An der Westküste Istriens zwischen Poreč und Novigrad, ein sehr weitläufiges Gelände mit langer, gegliederter Küstenlinie. Istrien ist für viele die pragmatischste Wahl in Kroatien, weil die Anfahrt über Österreich und Slowenien kurz ist und sich auch für einen Zehn-Tage-Urlaub rechnet. Die Küste ist überwiegend felsig mit angelegten Badeplattformen, echter Sandstrand ist die Ausnahme.

Wie du den passenden Platz auswählst

Die Liste hilft nur, wenn du weißt, worauf du achtest. Diese Punkte entscheiden in der Praxis:

  • Entfernung zum Wasser: “Strandnah” ist kein geschützter Begriff. Prüfe auf der Lageskizze, wie viele Meter es tatsächlich sind und ob eine Straße dazwischen liegt.
  • Strandtyp: Flach abfallender Sand für Familien, Brandung für Surfer, Kies und Felsplattformen an weiten Teilen der kroatischen Küste. Das ist der wichtigste Unterschied und wird auf Fotos oft geschönt.
  • Parzelle oder freie Wiese: Feste Parzellen bedeuten Planbarkeit, freie Wiesen mehr Spielraum, dafür in der Hauptsaison Gedränge.
  • Saison und Öffnungszeiten: Viele Plätze in Südeuropa öffnen von April bis Oktober, an Nord- und Ostsee ist die Spanne kürzer, einzelne Plätze haben ganzjährig offen.
  • Nebenkosten: Strom, Kurtaxe, Hund, zweites Fahrzeug und die Kategorie direkt am Wasser summieren sich. Erst damit sind zwei Angebote vergleichbar.
  • Anreise: Fähren nach Amrum, Sardinien oder Skandinavien binden dich an feste Zeiten und sollten früh gebucht werden.

Wer mit Hund reist, findet die passenden Küstenabschnitte in unserer Übersicht zu Hundestränden. Für Familien lohnt zusätzlich der Blick auf Strandurlaub mit der Familie, und wer noch flexibel ist, findet unter Last-Minute-Strandurlaub kurzfristige Alternativen zum Stellplatz.

Die beste Reisezeit fürs Strandcamping

An Nord- und Ostsee liegt das brauchbare Fenster zwischen Mai und September, wobei Juni und September das beste Verhältnis aus Wetter und Platzverfügbarkeit bieten. In Kroatien, Italien und Spanien lässt sich die Saison nach vorn und hinten ausdehnen: Mai und Anfang Juni sowie September und Anfang Oktober sind warm genug zum Baden, ohne die Enge und die Hochsaisonpreise des Hochsommers.

Der Hochsommer hat einen echten Nachteil, der beim Strandcamping stärker wiegt als im Hotel: Schatten. Auf offenen Wiesenplätzen ohne Baumbestand wird das Zelt tagsüber unbenutzbar. Wer im Juli oder August fährt, sollte gezielt nach Plätzen mit Baumbestand suchen, etwa den Pinienarealen in Frankreich, Italien und Kroatien. Mehr zu günstigen Zeitfenstern steht im Ratgeber zu Strandurlauben in der Nebensaison.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Strandcamping und einem normalen Campingplatz?

Beim Strandcamping liegt der Platz direkt am Meer oder unmittelbar dahinter, oft im Dünengürtel, und hat einen eigenen oder unmittelbar angrenzenden Strandzugang. Ein normaler Campingplatz kann durchaus in Küstennähe liegen, dann sind es aber häufig einige Kilometer bis zum Wasser, die du mit Rad oder Auto zurücklegst.

Wann sollte ich einen Strandcampingplatz buchen?

Für Juli und August lohnt die Buchung mehrere Monate im Voraus, besonders bei den bekannten Plätzen in Italien, Kroatien und an der Ostsee. In der Nebensaison von Mai bis Juni und im September ist deutlich mehr frei, und der Strand ist ruhiger. Ganz spontan klappt es am ehesten unter der Woche und außerhalb der Schulferien.

Was kostet Strandcamping?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil sich die Preise nach Saison, Stellplatzkategorie, Personenzahl und Land stark unterscheiden und jedes Jahr angepasst werden. Vergleichbar wird es erst, wenn du die Nebenkosten einrechnest: Strom nach Verbrauch oder pauschal, Kurtaxe, Hund, zweites Fahrzeug und die Platzkategorie direkt am Wasser, die fast überall Aufpreis kostet. Die aktuellen Preise stehen immer beim Platz selbst.

Sind Hunde beim Strandcamping erlaubt?

Auf vielen Plätzen ja, aber die Regeln unterscheiden sich stark und einzelne Parzellenbereiche sind oft hundefrei. Entscheidend ist außerdem, ob der zugehörige Strandabschnitt Hunde zulässt, was gerade im Hochsommer häufig eingeschränkt ist. Kläre beides vor der Buchung direkt beim Platz.

Welche Region eignet sich für Familien mit kleinen Kindern?

Die Ostsee und die niederländische Nordseeküste, weil das Wasser flach ausläuft und die Wege kurz sind. In Südeuropa sind die großen Anlagen an der Adria und an der Costa Dorada auf Familien ausgelegt. Wichtig ist weniger das Land als der Strandtyp: flach abfallender Sand statt Steilküste oder Kiesstrand.

Brauche ich für Plätze im Ausland eine Camping Card?

Sie ist keine Pflicht, wird aber auf vielen europäischen Plätzen akzeptiert und ersetzt teils die Hinterlegung des Ausweises. Manche Plätze gewähren damit Rabatte. Wichtiger ist, vorab die Einreise- und Mautregeln des Ziellandes sowie die Vorgaben für Gasflaschen und Grillen auf dem Platz zu prüfen.

Kann man in Europa am Strand frei stehen?

In den meisten Ländern nicht. Wildcampen und das Übernachten im Fahrzeug am Strand sind in Italien, Kroatien und Spanien vielerorts untersagt und werden mit Bußgeldern geahndet, in Dänemark und den Niederlanden ebenfalls stark reglementiert. Wer sicher stehen will, nutzt ausgewiesene Camping- oder Stellplätze.

Titelbild: Unsplash

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